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HBK Braunschweig trauert um ihren ehemaligen Präsidenten Professor Michael Schwarz

07.01.2021


Prof. i.R. Dr. Michael Schwarz, ehemaliger Präsident der HBK Braunschweig, Foto Hauke Burghart


Die HBK Braunschweig trauert um einen hoch geschätzten Kollegen der Kunstwissenschaft und ehemaligen Präsidenten Professor Dr. Michael Schwarz, der im Alter von 80 Jahren am 4. Januar 2021 in Braunschweig verstorben ist.

Professor Michael Schwarz war einer der herausragenden Vorgänger im Präsidentenamt der HBK Braunschweig und hat die Geschicke der Hochschule über viele Jahre erfolgreich geleitet. Dafür ist die HBK Braunschweig ihm zu großem Dank verpflichtet.

Das Präsidium der HBK im Namen der gesamten Hochschule
Prof. Dr. Dorothea Hilliger, Präsidentin (m.d.W.d.G.b.)
Dr. Rainer Heuer, Hauptberuflicher Vizepräsident
Thomas Rentmeister, Vizepräsident für Internationales und regionale Entwicklung
Gosbert Adler, Vizepräsident Lehre, Studium und Professionalisierung

Nachruf von Frau Prof. Dr. Annette Tietenberg

„Wenn die Nacht aufgeht, [...] wird man die weiche Materialität des Himmelsausschnitts bewundern, die Wanderung der Sterne verfolgen und die anhaltende Stille genießen können, die an diesem einsamen Ort herrscht“. So beschrieb Michael Schwarz in einem unveröffentlichten Text aus dem Jahr 1995 die Wirkung des damals im Entstehen begriffenen Rhoden Crater von James Turrell in der Vulkanlandschaft Arizonas. Lichtkunst hat Michael Schwarz jahrzehntelang fasziniert. So ist es kein Wunder, dass er zu den Lichtbringern gehörte, die Braunschweig jenen Lichtparcours bescherten, der die Stadt 2020 bereits zum fünften Mal erhellte.

Michael Schwarz, am 14. Januar 1940 in Greifswald geboren, studierte Kunstgeschichte, klassische Archäologie und Publizistik in München, Wien und Münster. Promoviert wurde er 1966 mit einer Untersuchung der Kategorien der barocken Plastik am Beispiel des österreichischen Bildhauers Georg Raphael Donner. Nach einem Volontariat am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und einer Lichtwark-Assistenz an der Hamburger Kunsthalle war er von 1974 bis 1982 Geschäftsführer des Badischen Kunstvereins in Karlsruhe. 1983 wurde er an die HBK Braunschweig berufen, wo er von da an eine Kunstgeschichtsprofessur bekleidete, die auf die Kunst der Moderne und der Gegenwart spezialisiert war. Elf Jahre später wurde er zum Rektor, 1996 zum Präsidenten der HBK ernannt. Zwanzig Jahre lang leitete er mit Gespür für die empfindlichen Gemütslagen der Mitglieder und Angehörigen einer Kunsthochschule die Geschicke der HBK. Unter anderem ist es ihm gelungen, die Niedersächsische Landesentwicklungsgesellschaft davon zu überzeugen, den Mexiko-Pavillon von der EXPO in Hannover an den Johannes-Selenka-Platz in Braunschweig transferieren zu lassen. Mit diesem Kubus aus Glas und Stahl erhielt die HBK nicht nur Raum für eine Bibliothek, sondern auch ein weithin leuchtendes Wahrzeichen, das – wie eine Lichtskulptur – nachts die Blicke auf sich zieht. Nach seiner Pensionierung im Jahr 2004 blieb Michael Schwarz seiner Leidenschaft für die Lichtkunst treu. Er verfasste zahlreiche Texte für Ausstellungskataloge und publizierte Bücher wie „Licht und Raum. Elektrisches Licht in der Kunst des 20. Jahrhunderts“ (1998). Nicht nur die Lichtkunst, die Earth Art und die ortsspezifischen Installationen hatten es ihm angetan. Seine Liebe galt auch den Lichtbildern, weshalb er sich als Vorsitzender des Vereins Museum für Photographie in Braunschweig engagierte.

Am 4. Januar 2021 ist Michael Schwarz nach schwerer Krankheit verstorben. Einen lang gehegten Traum hat er sich noch erfüllen können. Er radelte, begleitet von Freunden, von Frankreich nach Braunschweig. „Retour“ nannte er dieses Projekt, das ihn sachte und in guter Gesellschaft nach Hause bringen sollte. Ein Lichtsignal wird er Ende des Jahres 2021 aus dem Kunstmuseum Wolfsburg senden. Dann eröffnet dort die Ausstellung „Macht! Licht!“. Im Katalog erscheint ein Aufsatz von Michael Schwarz, der den Titel „politisch – unpolitisch. Zwischen Aufklärung und Jahrmarkt: Lichtwerke im öffentlichen Raum“ trägt. Dieser Stern leuchtet also erst, wenn die Nacht bereits aufgegangen ist.
 

Zuletzt bearbeitet von Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Medien, Brigitte Kosch

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