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Meisterschülerstipendien 2018 gehen an Szu-Ying Hsu, Nico Pachali und Matej Bosnić

Während der Eröffnung des Rundgangs der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig am vergangenen Donnerstag, den 5. Juli 2018, erhielten Szu-Ying Hsu, Matej Bosnić und Nico Pachali das diesjährige Meisterschülerstipendium der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK). Fabian Bruns von der SBK übergab die Auszeichnungen gemeinsam mit Dr. Peter Joch, Direktor des Städtischen Museums Braunschweig, und HBK-Präsidentin Vanessa Ohlraun.

Die Jury wählte die Preisträger und die Preisträgerin aus den Meisterschülern aus, die noch bis zum 22. Juli 2018 unter dem Titel ‚BITTE (NICHT) STÖREN‘ im Städtischen Museum Braunschweig ausstellen. Die Stipendiaten und die Stipendiatin erhalten jeweils 4.000,- Euro.

Seit 1993 – damals noch als Braunschweigischer Kloster- und Studienfond – stellt die SBK jährlich 12.000 Euro zur Verfügung, um vielversprechende künstlerische Positionen von Meisterschülerinnen und Meisterschülern der HBK Braunschweig zu unterstützen.


vergrößern Freigegebenes Pressefoto. V.l.n.r.: Fabian Bruns (SBK), Dr. Peter Joch (Direktor Städtisches Museum Braunschweig), die Meisterschüler Nico Pachali, Szu-Ying Hsu und Matej Bosnić, Vanessa Ohlraun (Präsidentin der HBK Braunschweig); Foto Gideon Hoja, HBK


 

Aus der Begründung der Jury

Performance "Klanghaut" von Paula Grafenhorst und William Kim mit einer 'Rüstung' von Szu-Ying Hsu, Foto Martin Salzer, HBK
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In der Herstellung einer Rüstung erforschte Szu-Ying Hsu das fragile Material Porzellan, um es zu scheinbar schützenden Kleidungsstücken zusammenzubauen. Rüstungen aus Eierschalenporzellan, die ihren Trägern keinerlei Schutz bieten können, stehen für die Künstlerin symbolisch für das schutzlose Individuum, das sich in seiner Umwelt behaupten muss, mögen aber auch für die Verletzlichkeit ihrer Heimat Taiwan stehen. Die medienübergreifende, Video und Performance einschließende, sowie Genderfragen anreißende Arbeit überzeugt in ihrer Poesie, ihrer inhaltlichen Vielschichtigkeit und in ihrer technischen Perfektion.

 

Matej Bosnić verwandelte den Museumsraum in einen Nichtraum, Foto Brigitte Kosch, HBK
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Die Radikalität und Konsequenz der Installation von Matej Bosnic im Städtischen Museum überzeugte die Jury. Der Künstler hat einen Museumsraum mit seinen Exponaten in einen Nichtraum verwandelt, in dem die ursprünglichen Objekte nur noch schemenhaft erkennbar sind. Die Wirkung des gleichzeitigen Zeigens und Verbergens der Exponate erzeugt eine Irritation und verleiht der Installation eine geheimnisvolle Ausstrahlung. Durch das Statement „We don’t need you – I don’t need you“ wird die Relevanz von Museumsobjekten, Museumsgebäude und Besuchern in der gegenseitigen Wahrnehmung in Frage gestellt. Zugleich wirft der Künstler die Frage auf, ob es denn überhaupt der Dinge bedürfe, um sich an die (eigene) Vergangenheit erinnern zu können.

 

Nico Pachali: SPACINGS, 2018; Objekte aus transparentem Klebeband mit Permanentmarker beschriftet, Foto Brigitte Kosch, HBK
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‚Space‘ ist der zentrale Begriff im Werk von Nico Pachali. Er denkt ihn unendlich, auch wenn er reale Räume vermisst und ihre Grundflächen 1:1 nachbildet. Seine zum Teil sehr großen Arbeiten werden zu kleinen Paketen gefaltet. Er schafft damit Wand und Bodenobjekte, die durch Schrift und Form dem Auge des Betrachters vielfältige Ansatzpunkte bieten und in der Imagination in neue Zusammenhänge überführt werden können. Ein fester Raum wird auf diese Weise mobil und kann überall hin mitgenommen werden. Ebenso faltet er Zeichnungen und verpackt sie; es ist nicht beabsichtigt, sie wieder zu entfalten. Das Wissen um ihre Existenz tritt an die Stelle der Betrachtung. Präsentation und optischer Entzug fallen bei Pachali in eins.

 

Zu den Künstlern und der Künstlerin:

Szu-Ying Hsu (*1983 in Taipei/Taiwan) schloss 2007 ihr Studium der Freien Kunst und Gemälderestauration an der Taipei National University of the Arts in Taiwan ab, bevor sie im selben Jahr für das Projekt „Open Space Kassel“ unter der Leitung von Björn Melhus ein Stipendium erhielt. Seit 2012 studierte Szu-Ying Freie Kunst an der HBK Braunschweig. 2016 bis 2017 absolvierte sie einen Auslandsaufenthalt in London am Chelsea College of Arts. Ihren Meisterschüler-Abschluss machte sie bei Prof. Corinna Schnitt und Prof. Raimund Kummer.

Matej Bosnić (*1990 in Osijek/Kroatien) studierte ab 2010 Freie Kunst an der Kunst Akademie Split in Kroatien. Nach einem Erasmus-Stipendium an der HBK Braunschweig studierte er ab 2014 hier Freie Kunst. 2017 schloß er das Studium mit Auszeichnung ab und absolvierte anschließend sein Meisterschülerstudium bei Prof. Thomas Rentmeister.

Nico Pachali (*1988 in Gera) studierte seit 2012 Freie Kunst an der HBK Braunschweig. 2017 schloss er sein Diplom mit Auszeichnung ab und absolvierte anschließend sein Meisterschülerstudium bei Prof. Thomas Rentmeister und Isa Melsheimer, die die Professur experimentelles Zeichnen verwaltete.

 

Zur Jury gehörten in diesen Jahr:

  • Dr. Susanne Pfleger, Leiterin der Städtischen Galerie Wolfsburg
  • Dr. Andreas Büttner, Städtisches Museum Braunschweig
  • Tobias Naehring, Galerist, Leipzig
  • Fabian Bruns, Stifung Braunschweigischer Kulturbesitz
  • Dr. Bärbel Schlüter, Verwalterin der Professur Kunstvermittlung, HBK Braunschweig

Zuletzt bearbeitet von Kommunikation und Medien, Jesco Heyl am 23.10.2020